Beispiel für einen Trainingsplan für alle konditionellen Komponenten für die Altersklassen U9, U11, U13 und U15

Motorik und Athletik – die Grundlage

In der Basisschulung steht eine vielseitige Schulung der motorischen Grundlagen im Mittelpunkt. Neben der Ausbildung und Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten sollten die Bereiche Mobilität/Stabilität, Kraft sowie Agilität/Schnelligkeit im Training Berücksichtigung finden. Die Ausdauer ist in dieser Förderstufe nur spielerisch zu entwickeln.

Detaillierte Trainingspläne für alle konditionellen Komponenten sind auf unserer Wissensplattform zu finden.


Den Körper beherrschen, um Eishockey spielen zu können

Nur mit einer guten Körperbeherrschung lassen sich die vielfältigen Aufgabenstellungen bewältigen, die sich in Spielsituationen ergeben, und auch für die Zielsportart, das Schlittschuhlaufen, bedarf es eines großen Maßes an Körperbeherrschung. Grundlage gezielter, willentlich angesteuerter Bewegungen sind die motorischen Fähigkeiten, die zudem bei der Vermeidung von Verletzungen eine wichtige Rolle spielen (z. B. das Abfangen bei Stürzen oder das reflexartige Korrigieren bei unplanmäßigem Kanteneinsatz). Die altersgerechte Schulung und Verbesserung der motorischen Fähigkeiten ist deshalb ein vorrangiges Ziel der Basisschulung (und natürlich darüber hinaus).
 


Koordinative Kompetenzen

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Um Spielfähigkeit, Schlittschuhtechnik, Stocktechnik und Antizipationsfähigkeit zu entwickeln, gilt es, zunächst die koordinativen Fähigkeiten zu verbessern. Koordinative Übungen sollten unter Berücksichtigung folgender Prinzipien in dieser Entwicklungsstufe Bestandteil jeder Trainingseinheit sein:

  • Vielfältig agieren (viele Bewegungen, unterschiedliche Geräte, verschiedene Pucks bzw. Spielgeräte, andere Sportarten usw.)!
  • Einsatz aller Sinne (Wahrnehmung, Körpergefühl, Gleichgewichtssinn, Hören, Fühlen)!
  • Allgemein und eishockeyspezifisch trainieren!
  • Wiederholen (inhaltlich!), ohne zu wiederholen (organisatorisch = Übungsangebote)!

Kraft

Krafttraining ist im Erwachsenbereich in allen Sportarten von großer Bedeutung. Im Nachwuchsbereich existieren hingegen viele Mythen und Missverständnisse (nicht wirksam, gefährlich, nicht notwendig). Krafttraining ist jedoch auch im Kindes- und Jugendalter wirksam und sicher. Da eine hormonelle Anpassung jedoch erst mit Beginn der Pubertät einsetzt, variiert die Wirksamkeit von Krafttraining in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, Reifegrad und Trainingserfahrung. Zu den Zielen von Krafttraining im Nachwuchsleistungssport gehören

  • die Entwicklung und Optimierung der sportartspezifischen Leistung,
  • die Sicherung und Erhöhung der Belastungsverträglichkeit und Reduzierung des Verletzungsrisikos,
  • die Unterstützung bzw. Vorbereitung des Techniktrainings und
  • die Prävention von Verletzungen des Muskel-Sehnen-Apparats.

Darüber hinaus sollte bedacht werden, dass im Nachwuchstraining nicht jede effektive Trainingsform oberste Priorität haben darf oder auch unter Berücksichtigung begrenzter Zeitressourcen durchführbar ist. Die Muskelkraft sollte während aller Etappen im langfristigen Leistungsaufbau mit unterschiedlichen Trainingsmitteln und -methoden trainiert werden. Im Rahmen der KINGS-Studie wurde die Studienlage zur Wirksamkeit verschiedener Trainingsmethoden im Nachwuchsbereich untersucht. Wichtige Ergebnisse waren, dass

  • Krafttraining positive Effekte auf Muskelkraft, Vertikalsprung, Linearsprint und Agilität/Gewandtheit sowie die sportartspezifische Leistung hat,
  • Mädchen höhere trainingsinduzierte sportspezifische Leistungszuwächse haben als Jungen und
  • Krafttraining mit freien Gewichten am effektivsten zur Steigerung der Muskelkraft ist.

Schnelligkeit/Beschleunigung

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Schnelligkeit/Beschleunigung ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Auch wenn die Maximalkraft von großer Bedeutung ist, wird diese in dieser Entwicklungsstufe nicht (vorrangig) zur Verbesserung der Schnelligkeit entwickelt. Der Fokus liegt auf den zuvor angesprochenen koordinativen Fähigkeiten, die mit Blick auf die Ganzkörperschnelligkeit vor allem durch Aufgaben aus dem Sprint- und Sprung-ABC geschult werden sollten. Ergänzt durch kleine Sprint-, Staffel- und Fangwettkämpfe mit kurzer Belastungsdauer (max. 10 s) und vollständiger Erholung (der Folgedurchgang sollte immer mit gleicher Intensität, also gleicher Geschwindigkeit, wie der erste Durchgang durchgeführt werden können) können bereits ausreichend hohe Impulse zur Entwicklung der Schnelligkeit gesetzt werden.


Ausdauer

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Ausdauertraining sollte im Kindesalter nicht (oder nur in sehr seltenen Fällen) nach der klassischen Dauermethode, wie sie meist im Erwachsenen-(Gesundheits-)Sport angewandt wird, ausgeführt werden. Vielmehr sollen Belastungsverträglichkeit und Ausdauerleistungsfähigkeit spielerisch entwickelt werden. 

Trainingsformen sind hier: 

  • kleine Spiele, Wettkämpfe
  • Eishockeyspiele
  • im Freien (Sommertraining): Suchspiele, Orientierungsläufe mit koordinativen Zusatzaufgaben (unterschiedliche Geländeprofile nutzen!)

Handlungsschnelligkeit

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Handlungsschnelligkeit wird benötigt für alle eishockeyspezifischen Bewegungshandlungen, die eine Entscheidung unter Zeitdruck verlangen. Diese werden sowohl von Feldspielern und Torhütern gefordert und können daher als Grundlage für alle Handlungen in der Situation 1-1 betrachtet werden. Die Handlungsschnelligkeit umfasst kognitive (Wahrnehmung bzw. Entscheidung) und motorische Komponenten (Bewegungsausführung, z. B. Richtungswechsel, Torschuss, Passen).

Die Handlungsschnelligkeit entwickelt sich in der Basisschulung spielerisch-implizit durch Fangspiele, Parteiballspiele und Eishockeyspiele. Dabei verbessern die Kinder sowohl die motorischen (z. B. Richtungswechsel bei Fangspielen) als auch die kognitiven Komponenten (indem sie z. B. mit zunehmender Spielerfahrung relevante Signale – Puckführer, Verteidiger, Mitspieler – verinnerlichen bzw. deren Konsequenzen – Puckverlust heißt Umschalten auf Abwehr – abrufen können).

Um handlungsschnell zu sein, muss man Bewegungen schnell ausführen können – um dies bestmöglich zu können, sind folgende Faktoren wichtig:

  • Bewegungstechnik/Bewegungskoordination: korrekte, ökonomische und effektive Ausführung eishockeyspezifischer Lauf- und Stocktechnik
  • Lineare Schnelligkeit: Geradlinige Sprintleistungen, wobei insbesondere die Beschleunigungsphase über die ersten fünf Meter leistungslimitierend sein kann.
  • Muskulatur: Bei eishockeyspezifischen Bewegungen sind grundsätzlich Arm- und Beinmuskulatur sowie die Stabilisierung durch die Rumpfmuskulatur von Bedeutung. Allerdings wird in der Basisschulung diese Muskulatur nicht speziell trainiert. 
  • Körpermerkmale: Neben den unterschiedlichen Längen- und Kraftverhältnissen von großen und kleinen Spielern ist unter anderem auch die Muskelfaserzusammensetzung ein Leistungsfaktor, da beispielsweise ein höherer Anteil an schnellzuckenden Muskelfasern mit einer höheren Bewegungsschnelligkeit einhergeht.